Tödlicher Qualm

31.05. Weltnichtrauchertag

In Deutschland stirbt durchschnittlich jeder siebte Mensch an den Folgen des Rauchens und kostet auch vorher viel Geld.

Die direkten Kosten für die Versorgung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen, die auf das Rauchen zurückzuführen sind, liegen jährlich bei mehr als 25 Mrd. Euro. Bezieht man Faktoren wie Erwerbsunfähigkeit, Frühberentung und Todesfälle mit ein (indirekte Kosten in Höhe von 53,7 Mrd. Euro), belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten auf 79,1 Mrd. Euro im Jahr. Dem stehen Nettoeinnahmen von 14,2 Mrd. Euro aus der Tabaksteuer gegenüber. In Deutschland rauchen immer noch rund ein Drittel aller Männer im Alter von 18 – 64 Jahren, bei den Frauen sind es 26 Prozent. Trotz dieser hohen Zahlen präsentiert sich die Tabakkontrollpolitik und die Umsetzung präventiver Maßnahmen in Deutschland auf einem niedrigen Niveau: Auf der europäischen Tabak-Kontroll-Skala, die insgesamt 34 Länder hinsichtlich ihrer Bemühungen um effektive Tabakprävention und -kontrolle miteinander vergleicht, nimmt Deutschland den vorletzten Platz ein. (Quelle DHS)

Von den Todesfällen in Mecklenburg-Vorpommern sind 21,7 % bei den Männern und 7,3 % bei den Frauen auf das Rauchen zurückzuführen. (Quelle Tabakatlas 2015)

„Rauchen ist schädlich. Das wissen selbst die Raucher, aber es ist schwer, die Sucht, die sowohl den Körper als auch die Psyche beherrscht, wieder loszuwerden“, so Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST MV

Gerade Frauen sollten eine Schwangerschaft als wichtigen Anlass nehmen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft schädigt das ungeborene Kind. Etwa zwölf Prozent der Kinder in Deutschland sind in dieser empfindlichen Entwicklungsphase der schädlichen Wirkung des Tabaks ausgesetzt. Dabei gelangen giftige Substanzen wie Nikotin und Kohlenmonoxid in den Blutkreislauf des Embryos oder des Fetus und beeinträchtigen dessen Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das dadurch verminderte Wachstum schlägt sich in einem verringerten Geburtsgewicht und einer verringerten Geburtsgröße nieder. Kinder von Raucherinnen wiegen bei der Geburt durchschnittlich etwa 200 bis 300 Gramm weniger, sind kleiner und haben einen geringeren Kopfumfang als Kinder von Nichtraucherinnen.

Es gibt auch Positives zu berichten.  Die Zahl der Jugendlichen in Deutschland, die Zigaretten rauchen, ist weiter gesunken. Im Jahr 2001 rauchten 27,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, aktuell sind es 9,7 Prozent - ein historischer Tiefstand. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen in dieser Altersgruppe, die noch nie in ihrem Leben geraucht haben, stieg im gleichen Zeitraum von 40,5 Prozent auf den bisherigen Höchstwert von 75,3 Prozent an. (Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung- 2015)

Diese positiven Veränderungen gehen einher mit strukturellen und verhaltenspräventiven Maßnahmen zur Förderung des Nichtrauchens. Die strukturellen Maßnahmen zielten auf eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Rauchens. Sie umfassten z. B. Tabaksteuererhöhungen, die Erschwerung des Zugangs zu Zigarettenautomaten für Jugendliche, Einschränkungen der Werbung für Tabakprodukte, Rauchverbote in öffentlichen Räumen, darunter Gaststätten und insbesondere auch Schulen, sowie das Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche unter 18 Jahren.

Die Präventionsforschung hat gezeigt, dass die Förderung der Lebenskompetenzen (Ich-Stärke, Sozialkompetenz und Sachkompetenz) der Schlüssel zum Problem jugendlichen Suchtverhaltens ist. Die Präventionsangebote der LAKOST MV zielen deshalb darauf ab,  Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung dieser Lebenskompetenzen zu unterstützen.

Eine wichtige Rolle spielen auch nichtrauchende Vorbilder sowie Eltern, die es bemerken und darauf regieren, wenn Kinder sich dem Rauchen zuwenden.

„Darum ist der Weltnichtrauchertag gerade für Erwachsene eine gute Möglichkeit, Vorbild zu sein und die Zigarette in der Schachtel lassen oder zu mindestens nicht vor den Augen von Kindern und Jugendlichen zu rauchen“, meint Rainer Siedelberg

 

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