Suchtprävention in M-V auf dem richtigen Weg

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zeigt, dass Suchtprävention wirkt. Jugendliche konsumieren weniger Alkohol, Tabak und Cannabis. Präventionsansätze, die auf  der umfassenden Förderung und des Trainings der Lebenskompetenzen beruhen und bereits im Kindergarten beginnen sind der richtige Weg.

 „Der Bericht bestärkt die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung M-V darin, dass wir die richtigen Programme in Mecklenburg-Vorpommern umsetzen“ so Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST MV. Dabei handelt es sich um Programme wie z.B. „Papilio“ - ein pädagogisches Programm zur Sucht- und Gewaltprävention in Kindergärten, „PEaS - Peer-Eltern an Schule“ - ein evaluiertes Programm zur alkohol- und suchtpräventiven Elternbildung an Grundschulen, die Implementierung der KlarSicht-Kofferversion der BZgA an den Schulen in M-V, der Mitmachparcours der LAKOST „Volle Pulle Leben – Auch ohne Alkohol“, „Prev@WORK“ - ein ganzheitliches Programm zur Suchtprävention in der Berufsorientierung, -vorbereitung und -ausbildung sowie verschiedenste Angebote in dem  Bereich Medien zu Themen wie Handy, Mediensucht, Cybermobbing, Communities und Computerspiele.

Suchtprävention muss sich immer wieder den aktuellen Situationen anpassen. So wird in dem Bericht die Bedeutung der Prävention bei Schwangeren hervorgehoben. Dies hat die LAKOST MV anlässlich des Weltnichtrauchertages aufgegriffen und gemeinsam mit den HELIOS Kliniken Schwerin, dem Aktionsbündnis „MV Rauchfrei“, dem Landeshebammenverband M-V und dem Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband M-V unter dem Motto " Dem Nachwuchs zu liebe. Ohne Rauch geht's auch!“ ein Gravidarium entwickelt. Dieses Gravidarium, das Schwangere nun über die Frauenärzte und Hebammen flächendeckend in M-V erhalten, vermittelt neben den Informationen zum Thema „Rauchen  in der Schwangerschaft“  auch Hinweise zum Thema „Alkohol in der Schwangerschaft“.

Die LAKOST MV argumentiert schon länger, dass der Blick bei der Suchtprävention nicht nur auf Jugendliche gerichtet sein darf. Die Statistiken in MV zeigen das gleiche Bild wie im Bericht der Drogenbeauftragten. So wurden im Jahr 2011 3.930 Männer und Frauen im Alter von 45 bis 54 Jahren wegen Psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol behandelt. Das entspricht 1.321 Personen je 100.000 Einwohner. Bei der Altersgruppe der 15 – unter 20-jährigen waren es 251 absolute Behandlungsfälle. Diese Zahl entspricht 480 Personen je 100.000 Einwohner.

In der Suchtprävention gibt es nicht „den“ Menschen oder „den“ Jugendlichen. Wir haben es mit Mädchen/Frauen und Jungen/Männern zu tun. Motive für Alkohol- und Drogenkonsum, Konsumverhalten, Risikofaktoren für Sucht etc. können sich je nach Geschlecht bis zu einem gewissen Grad unterscheiden.

Suchtprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Querschnittaufgabe. Im Zuge dessen bewegen sich die Akteure in der Suchtprävention in allen wesentlichen gesellschaftlichen Institutionen. Dies ist effektiv nur möglich, wenn Netzwerke gebildet werden und die Arbeit kooperativ und koordiniert stattfindet.

Das Projekt „Regionale Suchtprävention MV - gemeinsam stärken!“ wird im Bericht der Bundesdrogenbeauftragten als positives Beispiel erwähnt, weil es genau diesem richtigen Netzwerkansatz entspricht.

Ziele sind u.a.:

  • die Bündelung von Maßnahmen der Suchtprävention und präventiven Bemühungen zur Lebenskompetenzstärkung in den Landkreisen und kreisfreien Städten
  • die Entwicklung von gemeinsamen Strategien für die Prävention in der Region und Erarbeitung von Vorschlägen zur Optimierung der präventiven Strukturen (Kooperationen Gewalt-Suchtprävention-Jugendhilfe/Jugendschutz-Ordnungsbehörden)
  • die Entwicklung von zielgruppen- und sozialraumorientierten Beratungsangeboten für riskant konsumierende Jugendliche und Erwachse sowie
  • die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Sucht, Suchtprävention und Substanzkonsum durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

Die LAKOST MV bildet zurzeit 25 Mitarbeiter/innen aus Suchtberatungsstellen als Suchtpräventionsfachkräfte aus. Ein Modul dabei ist Netzwerkarbeit. In der Fortbildung werden die Mitarbeiter/innen auch darin gestärkt, sich Partner wie Politik, Jugendhilfe, Schule, Dehoga  u.a. mit ins Boot zu holen, da nur gemeinsam in den Kommunen etwas bewegt werden kann.

Dabei werden sie vor Ort von der LAKOST M-V ebenfalls begleitet und unterstützt.

Klar muss aber auch sein, dass es für eine effektive Umsetzung zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen benötigt, um geeignete Strategien zu entwickeln.

 

 

Kontakt

Landeskoordinierungsstelle für
Suchtthemen MV
Lübecker Str. 24 a
19053 Schwerin

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Fax: +49(0)385 758 94 90
Mail: info@lakost-mv.de

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