Rauchen ist out, aber Wasserpfeife nicht

Jugendliche probieren gern Neues aus und rauchen somit schon mal eine Zigarette. Dies geschieht häufig im Freundeskreis. Vielen schmeckt die erste Zigarette gar nicht und führt zu Husten, Schwindel und Übelkeit. Ob dann weiter geraucht wird oder nicht, hängt zum einen davon ab wie sich andere Gleichaltrige verhalten und zum anderen von der Verfügbarkeit von Tabak-Produkten im sozialen Umfeld.

Umso erfreulicher ist es, dass der Anteil der rauchenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren in den letzten 14 Jahren rückläufig ist. Laut der Drogenaffinitätsstudie der BZgA aus 2015 hat sich der Anteil von 27,5 % im Jahr 2001 auf 7,8 % im Jahr 2015 um über zwei Drittel verringert.

Auch die Quote der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, nimmt eine positive Entwicklung. Dieser Anteil steigt bei den 12- bis 17-jährigen seit 2001 kontinuierlich an. Im Jahr 2015 lag er bei über 77 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 gaben ca. 40 % der befragten Jugendlichen in dieser Altersgruppe an, noch nie in ihrem Leben geraucht zu haben.

Doch leider ist ein zunehmender Trend beim Rauchen von Wasserpfeifen zu beobachten. Etwa drei von zehn Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren haben schon einmal Wasserpfeife geraucht (27,3 %). Etwa jeder achte Jugendliche hat schon einmal den Konsum von E-Zigaretten (12,1 %) und etwa jeder siebte Jugendliche den Konsum von E-Shishas (13,5 %) ausprobiert.

Immer mehr Läden, die Wasserpfeifen verkaufen, und Shisha Bars sind auf den Markt.

Der Tabak schmeckt nach Frucht, kratzt weder im Hals noch scheint er ungesund zu sein. Leider ist dies ein Irrglaube, dem Jugendliche und auch Eltern verfallen.

„Beim Verbrennen des Tabaks entstehen auch hier hochgiftige Stoffe, wie Acetaldehyd oder Benzol, die dann ungefiltert eingeatmet werden. Ebenso gelangt Teer in den Körper und setzt sich in den Atemwegen und der Lunge fest.“, sagt Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST MV.

Da der Rauch oft länger und tiefer inhaliert wird als bei normalen Zigaretten ist die Konzentration des süchtig machenden Nikotins im Blut nach dem Shisha-Rauchen vergleichsweise höher als nach dem Rauchen von Zigaretten.

„Deshalb begrüßen wir auch die im März 2016 vorgenommene Erweiterung des Jugendschutz-gesetzes von Tabakwaren auf E-Zigaretten und Shishas sowie vergleichbare Produkte“ so Siedelberg.

Die Präventionsforschung hat gezeigt, dass die Förderung von Life-Skills (z.B. Ich-Stärke, soziale und emotionale Kompetenz, Problemlösefähigkeiten) ein Schlüssel zum Problem jugendlichen Suchtverhaltens ist. Die Präventionsangebote der LAKOST MV zielen deshalb darauf ab,  Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung dieser Lebenskompetenzen zu unterstützen.

Wichtig sind auch nichtrauchende Vorbilder und  wichtig ist auch, dass Eltern es überhaupt bemerken, wenn Kinder sich dem Rauchen zuwenden, und dass sie entsprechend darauf reagieren.

„Darum ist der Weltnichtrauchertag auch für Erwachsene eine gute Möglichkeit Vorbild zu sein und die Zigarette in der Schachtel lassen oder wenigstens nicht in der Gegenwart von Kindern und Jugendlichen zu rauchen“, meint Rainer Siedelberg.

Der sogenannte  Policy-Mix von strukturellen und personalkommunikativen Maßnahmen ist nach Ansicht aller Experten der erfolgversprechendste Weg in der Prävention.

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