Rauchen, bis das Baby kommt?

Anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertages am 31.05.2013 startet eine gemeinsame Initiative der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (LAKOST) M-V, der HELIOS Kliniken Schwerin, des Aktionsbündnisses „MV Rauchfrei“, des Landeshebammenverbandes M-V und des Berufsverbandes der Frauenärzte, Landesverband M-V unter dem Motto " Dem Nachwuchs zu liebe. Ohne Rauch geht's auch!“.

Im Rahmen der turnusmäßigen Besichtigung des Kreißsaals durch werdende Eltern in den HELIOS  Kliniken Schwerin wurden den anwesenden Frauen zusätzliche Informationen zum Thema „Rauchen und Schwangerschaft“ vermittelt und ihnen je ein Gravidarium mit entsprechenden Hinweisen überreicht.

Für viele Paare geht ein Wunsch in Erfüllung – sie erwarten ein Baby. Das Ungeborene wird im Körper der Mutter bis zur Entbindung geschützt und mit allem versorgt, um sich gut zu entwickeln.

Aber genau diese Situation kann für das Baby auch zur Falle werden, z.B. wenn die Schwangere raucht. Dann ist das Ungeborene den schädigenden Giftstoffen des Zigarettenrauches hilflos ausgeliefert.

Tabakrauch ist insbesondere während der Schwangerschaft ein hohes Risiko, da rauchende Frauen zum einen ihren Schwangerschaftsverlauf und zum anderen die Gesundheit ihres Kindes gefährden. Die schädigenden Giftstoffe des Zigarettenrauches erreichen über die Nabelschnur und den Mutterkuchen (Plazenta) direkt den Fetus im Mutterleib.

„Dies kannzur Verringerung des Geburtsgewichtes und zu Defiziten in der körperlichen Entwicklung des Kindes führen“, warnt Dr. Stephan Henschen, Chefarzt der Frauenklinik an den HELIOS Kliniken Schwerin.  „Außerdem besteht die Gefahr, dass die Lungenentwicklung des Kindes behindert wird. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko des plötzlichen Kindstods und die Gefahr einer Tot-, Fehl- oder Frühgeburt.“

„Verschiedene Studien belegen, dass ein recht hoher Anteil von Frauen auch während der Schwangerschaft das Rauchen nicht einstellt. Darum wollen wir anlässlich des Weltnichtrauchertages 2013 besonders Schwangere, aber auch die werdenden Väter sensibilisieren.“, sagt Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST M-V. „Wir freuen uns, dass so viele Partner diese Initiative unterstützen.“

Eine Untersuchung der Universität Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern von April 2003 bis März 2006 zeigt, dass im Studiengebiet fast die Hälfte der Frauen vor der Schwangerschaft rauchte (46,6 Prozent). Im ersten Drittel der Schwangerschaft gaben 48,1 Prozent der rauchenden Frauen und bis zur Geburt 56,1 Prozent der Raucherinnen das Rauchen auf. Im vierten Schwangerschaftsmonat rauchten noch 24,2 Prozent der Schwangeren, vier Wochen vor der Geburt rauchte noch immer ein Fünftel der Schwangeren (20,5 Prozent).

Wissenschaftler schätzen, dass schwangere Raucherinnen im Durchschnitt 13 Zigaretten pro Tag konsumieren. Über neun Monate verteilt kriegen ihre Babys somit Schadstoffe aus rund 3640 Zigaretten ab - noch bevor sie ihren ersten eigenen Atemzug getan haben.

Häufig wissen die Frauen wenig über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens für ihr Baby.

Am besten hört eine schwangere Frau sofort mit dem Rauchen auf, wenn sie von der Schwangerschaft erfährt.  Aber auch ein sofortiger Rauchstopp nach dem Schwangerschaftstest oder Arztbesuch nützt der Gesundheit des Kindes erheblich. Um die Rauchentwöhnung zu erleichtern, kann sich die Schwangere durch verschiedene Rauchentwöhnungs-Methoden unterstützen lassen.

Ein weiteres Problem für Säuglinge und Kleinkinder kann das Passivrauchen sein, weshalb man in der Nähe von kleinen Kindern nicht rauchen sollte. Kinder haben eine höhere Atemfrequenz und ihr Körper ist noch nicht genügend ausgereift, um Giftstoffe abzubauen. Deshalb nehmen sie beim Passivrauchen die Schadstoffe des Tabakqualms in deutlich höherer Konzentration auf als Erwachsene.

Kontakt

Landeskoordinierungsstelle für
Suchtthemen MV
Lübecker Str. 24 a
19053 Schwerin

Tel.: +49(0)385 785 15 60
Fax: +49(0)385 758 94 90
Mail: info@lakost-mv.de

Ansprechpartner