Prävention statt Schockbilder

Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung M-V freut sich immer, wenn das Thema Rauchen von Politik aufgegriffen wird. Um junge Leute vom Rauchen abzuhalten, will die EU nun Schockbilder auf Zigarettenschachteln und den Verkauf von Zigaretten im Internet verbieten.

Die Forderung der EU, Zusatzstoffe in Zigaretten zu verbieten, wird von der LAKOST MV voll und ganz  unterstützt.  Zigaretten sind im Laufe der Zeit zu gesundheitsschädigenden, chemischen Cocktails mutiert. Mittlerweile gibt es ca. 600 Zusatzstoffe, die die Zigarettenindustrie einer Zigarette beimischt. Neben harmlos klingenden Substanzen wie Zucker, Honig, Menthol oder Vanillin sind es auch Zusatz­stoffe wie Glyzerin und Paraf­fine. Mit den Zutaten wie z.B. Lakritz­extrakt, Kakao und Menthol will man nicht nur den Erwachsenen den Rauch angenehmer machen, sondern auch  Jugendliche verführen, eine Zigaretten zu rauchen.

Die Verwendung der Schockbilder ist und bleibt umstritten. Sie stimmen jedoch kaum mit den Zielen, Ansätzen und Methoden der modernen Suchtprävention überein. Hier hat ein Paradigmenwechsel von der abschreckungsorientierten zur ursachenorientierten, ganzheitlichen Suchtprävention stattgefunden.

Die Richtigkeit dieser Ansätze zeigen die Ergebnisse der aktuellsten Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Juni 2013. So stieg von 1986 bis 2012 das Durchschnittsalter, in dem zum ersten Mal geraucht wird, von 13,4 Jahren auf 14,4 Jahren an.

Auch der Anteil der rauchenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist in den letzten elf Jahren rückläufig. Er hat sich von 27,5 % im Jahr 2001 auf 12,0 % im Jahr 2012 mehr als halbiert. Der Rückgang zeigt sich sowohl bei den männlichen als auch den weiblichen Jugendlichen. Der Anteil der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, ist in der Studie des Jahres 2012 mit 71,1 % so hoch wie in noch keiner anderen Untersuchung seit den 1970er Jahren.

Ebenso bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren geht die Verbreitung des Rauchens zurück. Im Jahr 2001 rauchten 44,5 % der jungen Erwachsenen, im Jahr 2012 waren es noch 35,2 %. Gleichzeitig stieg der Anteil der jungen Erwachsenen, die noch nie geraucht haben. Er hat sich von 23,1 % im Jahr 2001 auf 32,4 % im Jahr 2012 erhöht.

Diese positiven Veränderungen lassen sich sowohl auf strukturelle und verhaltenspräventive Maßnahmen zur Förderung des Nichtrauchens zurückführen. Die strukturellen Maßnahmen zielten auf eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Rauchens. Sie umfassten z. B. Tabaksteuererhöhungen, die Erschwerung des Zugangs zu Zigarettenautomaten für Jugendliche, Einschränkungen der Werbung für Tabakprodukte, Rauchverbote in öffentlichen Räumen, darunter Gaststätten und insbesondere auch Schulen, sowie das Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche unter 18 Jahren.

„Wichtiger als Schockbilder sind die flächendeckenden Nichtraucherschutzgesetze und wäre die Einschränkung, besser noch ein Verbot von Werbung. Je mehr Zigarettenwerbung mit positivem Image die Jugendlichen sehen, desto stärker wird ihr Bedürfnis zu rauchen. Das belegt eine Untersuchung der Krankenkasse DAK und des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel (IFT-Nord) im Jahr 2010.“,  so Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST M-V.

Rainer Siedelberg sagt weiter: „Wir müssen eher schauen, wie es uns gelingt bestimmte Zielgruppen, wie Schülerinnen und Schüler in berufsbildenden Schulen und Azubis noch besser zu erreichen.“ Die LAKOST legt weiter ihren Schwerpunkt  auf intensivere verhaltenspräventive Angebote, die sich auf eine verstärkte Förderung des Ausstiegs konzentrieren, denn die Quoten der Raucher und Raucherinnen mit 37,7 % bzw. 32,6 % bei männlichen und weiblichen jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren sind gegenwärtig immer noch zu hoch.

 

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