Konsum von »Speed« und »Crystal Meth«

Vergleichende Studie in Deutschland zeigt: Vielfältige Hintergründe benötigen unterschiedliche Maßnahmen in einzelnen Regionen
Seit etwa 2009 ist in den deutschen Grenzregionen zu Tschechien ein Anstieg des Missbrauchs von Methamphetamin zu be-obachten. Um mehr über die Konsumentinnen und Konsumenten zu erfahren, hatte das Bundesministerium für Gesundheit eine qualitative Studie zum Missbrauch von Amphetaminen und Methamphetamin in Deutschland in Auftrag gegeben.


Die nun vorliegenden Ergebnisse der Studie des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) an der Universität Ham-burg zeigen, dass auch in Deutschland sehr unterschiedliche Gruppen Amphetamin oder Methamphetamin konsumieren. Die Studienautoren haben innerhalb der knapp 400 befragten Personen sieben Gruppen identifiziert, zu denen sich die Konsu-mierenden zuordnen lassen: Einnahme im Freizeitbereich, im schulischen Bereich, im Ausbildungs- oder beruflichen Kontext, in der schwulen ›Party-Szene‹, bei psychischer Komorbidität, Konsumenten mit Kindern und solche mit besonders riskanten Konsumgewohnheiten.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler: »Die unterschiedlichen Konsumbiographien, -motive und -muster für den Missbrauch von Amphetaminen und Methamphetamin machen deutlich, dass die Prävention des Miss-brauchs dieser Substanzen eine große Herausforderung ist. Wir brauchen vielfältige, zielgruppenspezifische Maßnahmen, um den einzelnen Gruppen gerecht werden zu können.«
Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort sollen in den betroffenen Regionen die Studienergebnisse und die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Prävention diskutiert und bereits vorhandene Aktivitäten bewertet werden. Auf dieser Basis können neue Ansätze entwickelt werden. Dabei werden auch die Hinweise von weiteren 71 Teilnehmenden an der Studie hilfreich sein, die seit mindestens einem Jahr nicht mehr konsumiert haben und über unterschiedliche Ausstiegswege berichteten.

Weitere Informationen und die Studie finden sich im Internet unter: www.drogenbeauftragte.de

Quelle: Pressemeldung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Berlin, 10. März 2014

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