Glück gehabt? – Spielen kann tödlich sein

Bundesweiter Aktionstag gegen die Glücksspielsucht am 25.09.2015

Mit einer Ciytcard Aktion soll der bundesweite Aktionstag genutzt werden, um auf die Gefahren des Glücksspiels aufmerksam zu machen. Glücksspiele üben oft eine hohe Anziehungskraft aus. Sie können süchtig machen. Wie bei vielen anderen Süchten verläuft auch der Weg zur Spielsucht in nicht klar abgrenzbaren Etappen.

Ein Sprichwort sagt: Spielen ist keine Kunst, aber das Aufhören. Das gilt ganz besonders für das Glücksspiel.

Glücksspielsucht ist eine ernste Suchterkrankung, die für die Betroffenen und ihre Familien eine große psychische Belastung bedeutet und sie häufig in den wirtschaftlichen Ruin treibt.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich der deutsche Glücksspielmarkt enorm erweitert. Die Umsätze sind steigend. Lagen Sie 2011 noch bei 32,51 Mrd. Euro, sind es 2013 33,4 Mrd. Euro. Der Umsatz der gewerblichen Geldspielautomaten beträgt 19,1 Mrd. Euro. Die Geräte sind mit Abstand der größte Umsatzträger legaler Spielangebote in Deutschland. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 57,1 %. Die Einnahmen des Staates aus Glücksspielen betrugen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 3,226 Mrd. Euro in 2013. Das entspricht einem Anstieg von 12,6 % gegenüber dem Jahr 2012. (Meyer, Jahrbuch Sucht 2015) 

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist es laut Jugendschutzgesetz untersagt an Glücksspielen teilzunehmen. Trotzdem steigt die Zahl der teilnehmenden Jugendlichen an. Dies geschieht über Onlineglücksspiele. Die Einstiegshürden sind durch Poker-Spiele auf Facebook, Casino-Apps auf dem Handy und Tipplisten im Sportverein niedrig. Der Online-Zugang ist einfach: Über das Handy kann immer und überall gepokert oder gewettet werden. Leider überschätzten Jugendliche ihre Gewinnchancen und kommen schnell ins "Chasing", unter Experten ein Ausdruck dafür, Verluste durch Gewinne ausgleichen zu wollen.

Laut den Ergebnissen einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2013 liegt die Zahl der 18- bis 20-Jährigen unter den Spielern bei 70 Prozent. Knapp 10 Prozent der männlichen Jugendlichen insgesamt zeigen demnach ein krankhaftes Suchtverhalten. Bei den 16- bis 17-Jährigen hat der Studie zufolge knapp die Hälfte mindestens einmal an einem Glücksspiel teilgenommen, rund ein Prozent von ihnen spielen "pathologisch", also mit einem Suchtverhalten. 

Seit Mitte 2009 gibt es, gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, insgesamt vier Schwerpunktberatungsstellen Glücksspielsucht an die sich Betroffene, Angehörige und Multiplikatoren wenden können. Sie befinden sich in Schwerin, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg. 

Die Schwerpunktberatungsstellen sind ebenfalls am 25.09. in Aktion. In Schwerin gibt es einen Vortrag am Sozialgericht, in Rostock eine Telefonsprechstunde für Betroffene, Angehörige, Multiplikatoren sowie interessierte Bürger und in Waren findet ein Aktionstag statt. 

Die Kontaktdaten der Beratungsstellen findet man unter: www.gluecksspielsucht-mv.de und natürlich auf der Rückseite der Citycards

 

 

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19053 Schwerin

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Mail: info@lakost-mv.de

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