E Zigarette – die gesunde Alternative zur Zigarette ???

31.05.2018 - Weltnichtrauchertag

Die Tabakindustrie hat ein Nachwuchsproblem: Die Zahl der Jugendlichen, die spätestens bis zum 18. Lebensjahr zu Rauchern werden, geht massiv zurück. So liegt bei den 12- bis 17-Jährigen die Raucherquote bundesweit mit aktuell 7,4 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Das zeigen die regelmäßigen Repräsentativerhebungen der BZgA.

Die vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel durchgeführte Studie mit dem Titel "E-Zigaretten und der Einstieg in den Konsum konventioneller Zigaretten" zeigt jedoch, dass der Konsum von E-Zigaretten Jugendliche zum Rauchen von Tabakzigaretten anregen kann.
Für diese neue Studie wurden 2.186 Zehntklässler, die bislang keinerlei Tabakzigaretten geraucht hatten, im Schuljahr 2015/16 über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Zu Studienbeginn gaben 14,3 Prozent dieser Gruppe an, schon einmal E-Zigaretten probiert zu haben. Im Verlauf der sechs Monate begannen 12,3 Prozent der befragten Jugendlichen, zumindest gelegentlich Tabakzigaretten zu rauchen. Zu Studienende zeigte sich, dass Jugendliche mit E-Zigaretten-Erfahrung eher zur Tabakzigarette griffen: So begannen 22 Prozent der Befragten, die bereits E-Zigaretten probiert hatten, auch mit dem Tabakrauchen. Von den Jugendlichen, die zuvor keinerlei E-Zigaretten-Erfahrung hatten, fingen nur 10 Prozent mit dem Tabakrauchen an.

Darum setzt auch die Tabakindustrie auf E-Zigaretten. Doch gesund sind die bisweilen als „gesunde Alternative zur Zigarette“ vermarkteten Produkte nicht. Forscher und Gesundheitsorganisationen warnen vor den Gefahren der aromatisierten Liquids.

„Die große Gefahr bei E-Zigaretten ist das tiefe und häufige Inhalieren eines Chemiecocktails, von dem niemand genau weiß, was drin ist.“ so Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST MV. „Wir wissen einfach nicht, was passiert, wenn man diese Substanzmischungen hundertmal oder mehr am Tag inhaliert. Es gibt noch keine Langzeitstudien. Aber die neuen Studienergebnisse bestätigen unsere Bedenken.“

Tabakrauch enthält mehr als 70 verschiedene krebserregende Substanzen. Im Vergleich dazu enthält das Aerosol von E-Zigaretten tatsächlich weniger Schadstoffe, allerdings auch entzündungsfördernde, reizende und sogar krebserregende Substanzen.  Sowohl das Bundesinstitut für Risikoforschung und als auch das Deutsche Krebsforschungszentrum warnen deshalb davor, das Gefahrenpotenzial von E-Zigaretten zu unterschätzen.

Und Kardiologen der California University in Los Angeles liefern den Beweis. Ihrer Studie zufolge kommt es beim regelmäßigen Konsum von E-Zigaretten offenbar zu körperlichen Veränderungen, die das Risiko für Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen können. Dazu die schlimme Nachricht für männliche E-Raucher: Der regelmäßige Konsum von Nikotin und die einhergehenden Potenzstörungen bei Tabakrauchern ließen sich, laut Experten, auch auf die Dampfer übertragen.

Der erhobene Zeigefinger und die Androhung von Krankheiten lassen Kinder und Jugendliche völlig kalt. An mögliche Spätfolgen wie Krebs oder Herzinfarkt denkt man im Jugendalter noch nicht.

Die Präventionsforschung hat gezeigt, dass die Förderung von Lebenskompetenzen (wie z.B. Ich-Stärke, Sozialkompetenz und Sachkompetenz) der Schlüssel zu einem möglichen jugendlichen Suchtverhalten ist. Die Präventionsangebote der LAKOST MV zielen darum darauf ab, Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung dieser Lebenskompetenzen zu unterstützen.

Eine wichtige Rolle spielen immer wieder nichtrauchende Vorbilder und dass auch Erwachsene das elektronische Rauchen nicht verharmlosen bzw. als gesunde Alternative zum Rauchen darstellen.

„Darum ist der Weltnichtrauchertag gerade für Erwachsene eine gute Möglichkeit über das eigen Rauchverhalten nachzudenken oder mal einen Tag ohne Rauchen zu testen“, meint Rainer Siedelberg.

 

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