Chance für erstauffällige Drogenkonsumenten in MV

Eine große Gruppe Jugendlicher hat bereits Erfahrungen mit illegalen Drogen gesammelt. In der Regel liegt jedoch noch kein verfestigtes Konsummuster vor. Sie haben noch die Chance, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren und zu verändern. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die wenigsten Jugendlichen mit missbräuchlichem und riskantem Drogenkonsum die Angebote der Drogenhilfe nutzen.

Die Motivation, sich mit seinem Drogenkonsum auseinander zu setzen, steigt aber deutlich, sobald ernstzunehmende Schwierigkeiten auftreten bzw. drohen, z.B. durch polizeiliche Ermittlungen wegen Drogenbesitzes.

Und genau hier setzt FreD, die Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten, an. Es handelt sich um ein kurzes und gesundheitsbewusstes Angebot für junge Menschen, die erstmals wegen ihres Konsums illegaler Drogen aufgefallen sind. Insbesondere soll die Gruppe Jugendlicher und Heranwachsender erreicht werden, deren Verfahren wegen Verstoßes nach § 31a - BtMG (voraussichtlich) eingestellt würde.

Die Kooperation mit FreD-Trainern könnte sich gerade für die Polizei, Staatsanwaltschaften sowie die Jugendgerichte in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wirksamen Instrument entwickeln, um gezielt auf Jugendliche und Heranwachsende einzuwirken und „Drogenkarrieren“ vorzubeugen.

Das FreD-Angebot besteht aus einem "Intake-Gespräch" und einem achtstündigen Gruppen-Kurs zur Reflexion des eigenen Substanzkonsums. Die Durchführung dieser Kurse erfolgt durch zertifizierte FreD-Trainer/innen aus Sucht- und Drogenberatungsstellen.

FreD hat sich seit dem Jahr 2000 sowohl in drei Evaluationen durch die Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich mbH (FOGS/Köln) als auch durch Rückmeldungen aus der Praxis als ein effektives Suchtpräventionsprogramm heraus gestellt. Deshalb wird der FreD-Ansatz auch schon seit Jahren durch das Land M-V inhaltlich und finanziell unterstützt, z.B. bei der Ausbildung von FreD-Trainern/innen.

Dazu Sozialministerin Hesse: „FreD gibt Jugendlichen, die dabei sind eine Drogenkarriere zu starten, eine letzte Chance. Wir zeigen ihnen die gelbe Karte, statt sie gleich vom Platz zu stellen.“

Bei der gestrigen Informationsveranstaltung  im Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales wurde  mit Verantwortlichen und möglichen Akteuren aus Polizei, Staatsanwaltschaft und anderen Bereichen neue und praktikable Zugänge zu den FreD-Kursen für die konsumierenden Jugendlichen erfolgreich erörtert.

 Gleichzeitig wurden die neuen Flyer im Format des Führerscheins mit Wechselbild  „Joint oder Führerschein?“  vorgestellt, die im Land bei Veranstaltungen an Jugendliche  verteilt werden. Im Land wird das FreD-Progarmm durch die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung MV koordiniert.

 

Weitere Informationen sowie alle FreD-Trainer/innen in MV

 

 

Kontakt

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