Cannabis bei illegalen Substanzen an erster Stelle: Erneuter Anstieg des Bedarfs in der Suchtberatung und Suchtbehandlung

Am 27. November wurde der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD), der so genannte REITOX-Bericht veröffentlicht. Er liefert umfangreiches Zahlenmaterial über die Entwicklung des Drogenkon-sums in Deutschland. Nach den aktuellen Daten zur Verbreitung des Drogenkonsums unter Erwachsenen nimmt Cannabis unverändert die vorderste Position ein: 0,5% der deutschen Erwachsenen sind abhängig von Cannabis oder missbrauchen diese Substanz; 0,2% sind kokainabhängig, 0,1% sind abhängig von Amphetaminen, weitere 0,2% weisen Kriterien eines Am-phetaminmissbrauch auf.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellte 2014 eine repräsentative Befragung zum Cannabiskonsum junger Menschen (12 bis 25 Jahre) vor: 7,8% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben demnach schon mindestens einmal im Leben Cannabis genommen (Lebenszeitprävalenz), 5,6% konsumierten dies in den letzten zwölf Monaten (12-Monats-Prävalenz) und 1,3% konsumierte Cannabis innerhalb des vergangenen Jahres sogar regelmäßig. Der Trend zur Ab-nahme des Cannabiskonsums der letzten Jahre scheint sich in einen erneuten Konsumanstieg umzukehren. Vergleichbare Hinweise finden sich auch in den Großstädten Frankfurt und Hamburg.
Die Problematik um Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) spielt auch im Jahr 2013/2014 eine große Rolle in Politik und For-schung. NPS tauchen als sogenannte »Legal Highs« schnell, zahlreich und in stetig wechselnden chemischen Zusammenset-zungen auf dem deutschen Drogenmarkt auf. Weitere 32 Substanzen werden noch in diesem Jahr dem Betäubungsmittelge-setz (BtMG) unterstellt. Die Einschätzung der gesundheitlichen Risiken von NPS bleibt angesichts ihrer oft unbekannten che-mischen Zusammensetzung sehr schwierig.
Uneinheitlich bleiben die Informationen zur Verbreitung des Konsums kristallinen Methamphetamins (Crystal-Meth). In eini-gen Regionen Deutschlands besteht ein erheblicher Handlungsbedarf in der Versorgung sowie selektiven und indizierten Prävention.
Der Jahresbericht wird im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) erstellt. Er bietet einen aktuellen Überblick zur Drogensituation in Deutschland.


Zu finden ist der Jahresbericht der DBDD sowie der aktuellen Bericht der EBDD in deutscher Sprache unter www.dbdd.de oder www.drogenbeauftragte.de

Quelle: Pressemeldung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Berlin, 27. November 2014

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