Alkohol an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung MV hat mit Interesse die Diskussionin der Schweriner Volkszeitung zu Alkohol an Schulen verfolgt. Nach unserer Einschätzung ist es kein spezifisches Problem der B.- Brecht-Schule Schwerin oder von Schulen auf dem Großen Dreesch, sondern ein Problem, dass überall und in allen Schulformen vorkommen kann. Unsere Erfahrung zeigt, dass ein Vertuschen, um den Ruf der Schule nicht zu gefährden, der Schule langfristig mehr schadet als eine vernünftige Aufarbeitung.  

Der Begrüßungstrunk und das Anstoßen bei festlichen Anlässen sind feste Bestandteile unseres gesellschaftlichen Lebens. Die enthemmende, anregende und entspannende Alkoholwirkung wird in vielen Situationen ganz gezielt gesucht, um die Kontaktaufnahme zu erleichtern, um die Atmosphäre ungezwungener zu machen usw. Alkohol wird demgemäß mit vielen positiven Situationen in Zusammenhang gebracht.  

Im Rahmen des prinzipiell tolerierten und sozial anerkannten Alkoholkonsums in unserer Gesellschaft sind wir ständig ebenso mit unerwünschten Folgen konfrontiert. Und doch werden in erster Linie die positiven Effekte hervorgehoben (siehe Werbung). Die negativen Effekte werden eher verharmlost und höchstens punktuell problematisiert, z.B. beim Alkoholkonsum Minderjähriger. Es wird beklagt, dass Kinder und Jugendliche heute immer früher und immer mehr Alkohol konsumieren, ohne gleichzeitig auch den riskanten Alkoholkonsum von Erwachsenen zu problematisieren.  

„Und wir dürfen nicht vergessen, dass jeder Schnaps, den Kinder und Jugendliche trinken, durch die Hand von Erwachsenen gegangen sein muss." stellt Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST MV, fest.  

Präventionsarbeit ja - aber wie?  

Hier ist einerseits die Verantwortung der Gesellschaft gefragt und eine langfristige Änderung dersozialen Rahmenbedingungen notwendig.  

  • Der Alkoholkonsum muss als gesamtgesellschaftliches Phänomen problematisiert erden und nicht als Problem von Heranwachsenden oder Randgruppen.
  • Die Einhaltung der bestehenden Jugendschutzbestimmungen muss stärker kontrolliert werden.
  • Für und mit Jugendlichen müssen attraktive (Freizeit-)Angebote geschaffen werden, die Spaß und (Ent)Spannung auch ohne Suchtmittel wie Alkohol ermöglichen.  

Andrerseits sollte an jeder Schule im Rahmen Ihres Schulprogrammes ein Präventionskonzept existieren. Nur so kann Suchtprävention im schulischen Alltag verbindlich implementiert und verankert werden. Lehrer/innen sollten wissen: Wie sollen sie mit Kindern und Jugendlichen umgehen, die mit Alkohol ihre ersten Erfahrungen machen oder deren Konsum bereits alltäglich geworden ist? Und wie können sie Jugendliche darin unterstützen, einen verantwortungsbewussten und genussorientierten Umgang zu entwickeln, um die darin liegende Entwicklungsaufgabe gut zu meistern?  

Der Mitmachparcours der LAKOST MV "Volle Pulle Leben - Auch ohne Alkohol" wird gerne von den Schulen für Schülerveranstaltungen gebucht. Nur unser Angebot, die Erarbeitung von Konzepten zu unterstützen und die Lehrer/innen für diese Problematik fortzubilden, wird kaum genutzt.  

„Es wird häufig nur bzw. erst um Hilfe gerufen, wenn es einen Vorfall gab. Es ist aber zu beachten, dass suchtpräventive Einzelaktionen von Externen, die nicht in die Unterrichtsarbeit integriert sind, erfahrungsgemäß wenig wirkungsvoll sind." so Rainer Siedelberg.  

Kontakt

Landeskoordinierungsstelle für
Suchtthemen MV
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19053 Schwerin

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