Alkohol – die unterschätzte Droge

Aktionswoche Alkohol 2017 startet auch in Mecklenburg-Vorpommern

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen stärker illegale Drogen, doch die Realität ist eine andere: Alkohol war und ist die Volksdroge Nummer eins.

Darum ist es gut, dass das Thema Alkohol alle 2 Jahre durch die bundesweite Aktionswoche aufgegriffen wird. Dieses Jahr findet die Aktionswoche vom 13. - 21. Mai 2017 unter dem Motto: „Alkohol? Weniger ist besser!“ statt.

Viele Vereine und Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich mit unterschiedlichsten Veranstaltungen an der bundesweiten Aktionswoche, um das Thema Alkohol in die Öffentlichkeit zu bringen.

In Rostock startet die Aktionswoche am 15.05. mit einem Fachtag: "Von der Party in die Klinik“, in Greifswald gibt es Schülervorlesungen zu den Themen. „Alkohol in der Schwangerschaft - geht gar nicht“  und  „Sorry, ich war voll dicht! - Alkohol im Jugendstrafrecht“. In Schwerin findet am 16.05. die  Auftaktveranstaltung der Schweriner Aktionswoche mit der Filmvorführung "Alki, Alki" und anschließendem Publikumsgespräch mit dem Produzenten und Kameramann Dennis Pauls im Festsaal der HELIOS Kliniken statt. Viele weitere Veranstaltungen findet man unter: http://lakost-mv.de/aktionswoche-alkohol-2017-mv und http://www.aktionswoche-alkohol.de/fuer-veranstalter/terminkalender/

Die legale Droge Alkohol ist fest in unserer  Gesellschaft integriert, obwohl wir alle um mögliche Gefahren wissen. Doch wo liegt die Grenze vom Genuss zur Gefahr?

Viele Menschen versuchen sich selbst zu beruhigen, dass sie jederzeit aufhören könnten und ihr Trinkverhalten ganz normal sei. Die meisten Alkoholprobleme entstehen über Jahre hinweg und bleiben deshalb zunächst unbemerkt. Der Alkohol belastet jedoch auf Dauer sowohl die Gesundheit als auch die Lebensqualität.

Dass die Lage unverändert problematisch ist, zeigen die aktuellen Zahlen aus dem DHS Jahrbuch Sucht 2017. Im Jahr 2015 wurde in Deutschland mit 9,6 Liter reinem Alkohol ebenso viel getrunken wie im Jahr zuvor. Berücksichtigt man, dass der meiste Alkohol in Deutschland von 15- bis 65-Jährigen getrunken wird, erreicht der Durchschnittskonsum der Bevölkerungsmehrheit 14,6 Liter Reinalkohol. Damit bleibt der Pro-Kopf-Konsum in Deutschland unverändert auf sehr hohem Niveau.

Trotz eines geringen Konsumrückgangs kann keine Entwarnung gegeben werden. Wie die Ergebnisse repräsentativer Umfragen und Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, sind insgesamt 3,38 Mio. Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung in den letzten zwölf Monaten betroffen (Missbrauch: 1,61 Mio.; Abhängigkeit: 1,77 Mio.) 74.000 Todesfälle werden jährlich durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. (DHS Jahrbuch Sucht 2017)

„Die Aktionswoche soll das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum schärfen, denn beim Umgang mit der legalen Droge Alkohol hat die Vorbildfunktion der Erwachsenen viel Einfluss. Und nicht immer sind die Erwachsenen wirklich ein gutes Beispiel.“, so Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der Landeskoordinierungsstelle für Suchthemen MV.

Die LAKOST MV hält ständig Präventionsangebote zum Thema Alkohol vor. Neben dem Mitmachparcours "Volle Pulle Leben - Auch ohne Alkohol"  - ein Interaktiver, medialer Parcours für Gruppen und Schulklassen (aller Schulen!) ab der 6. Klasse einschließlich Berufsschulen, Auszubildende/Angestellte in Unternehmen, können Workshops, Elternabende und Fortbildungen auch  z. B  zum Thema „Alkohol am Arbeitsplatz“ gebucht werden.

Gerade jetzt, wo die Jugendweihen und Konfirmationen sattfinden, sollten sich Eltern mit ihren Kindern und dem Thema Alkohol auseinandersetzen.

Dazu ein paar Tipps von der LAKOST MV

  • Eltern sollten frühzeitig Gespräche mit den Kindern zum Thema Alkohol führen. Tipps gibt es z.B. auf https://www.elterninfo-alkohol.de/
  • Wenn Kinder zwar noch keinen Alkohol probiert haben, sich jedoch dafür interessieren und Fragen stellen, sollten Eltern ihnen die Wirkungen und Gefahren alkoholischer Getränke altersangemessen erklären.
  • Dabei sollten dem Kind die Wirkungen von Alkohol sachlich und ohne die aus Sicht der Kinder/Jugendlichen eher übertriebene Dramatik dargestellt werden
  • Man kann auch altersgemäße Informationsangebote im Internet (gemeinsam) ansehen und nutzen: http://www.null-alkohol-voll-power.de/ und https://www.kenn-dein-limit.de/
  • Eltern sollten darauf achten, wie Sportclubs und andere Vereine, in denen ihr Kind aktiv ist, den Umgang mit Alkohol und Zigaretten geregelt haben. Bei kritischen Situationen können sie hier auch das Gespräch mit Trainern, Vereinsvorsitzenden oder anderen verantwortlichen Person suchen.
  • Eltern sollten zum Thema Alkohol mit ihren Kindern im Gespräch bleiben. Fragen Sie auch nach, wie Freunde oder Clique das Thema sehen. Wenn Eltern bemerken, dass Alkohol hier eine unangemessene Rolle spielt, sind – sachliche – Diskussionen und Gespräche, aber auch klare Vereinbarungen mit den Jugendlichen wichtig.
  • Durch eine familiäre Atmosphäre, in der alkoholische Getränke nur ausnahmsweise eine Rolle spielen sowie Probleme – mit Alkohol oder anderen Themen – partnerschaftlich und fair besprochen werden, werden Ihre Kinder meist frühzeitig die innere Stärke entwickeln, Alkohol und anderen (Sucht-) Gefahren zu widerstehen.

 

Kontakt

Landeskoordinierungsstelle für
Suchtthemen MV
Lübecker Str. 24 a
19053 Schwerin

Tel.: +49(0)385 785 15 60
Fax: +49(0)385 758 94 90
Mail: info@lakost-mv.de

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