„Handlungsempfehlungen für Schulen im Umgang mit Drogen“ erschienen

  Schule und illegale Drogen – das passt doch nicht zusammen. Stimmt, doch aus Studien wissen wir, dass mindestens 7,3 % der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren im Jahreszeitraum vor der Befragung Cannabis genommen haben.

Wir wissen auch aus anderen Bundesländern, in denen die Drogenkriminalität an Schulen direkt erfasst wird, dass es fast überall einen Anstieg der erfassten Fälle gibt. Im Vergleich von 2011 zu 2015 sieht man z.B. in Niedersachsen einen Anstieg von 286 auf 348 Fälle, davon ging es 293 Mal  um Cannabis. In Sachsen ist ein Anstieg von 69 auf 128 Fälle zu beobachten.  Und in Thüringen gibt es eine Verdopplung von 40 Fällen auf 80 Fälle. Statistisch gesehen gibt es damit in diesen Bundesländern an jeder 5. Schule einen Fall von Drogenkriminalität.

Nun wäre es illusorisch zu glauben, dass es in Mecklenburg-Vorpommern nicht zu Drogenkonsum und -delikten an Schulen kommt. Treten solche Vorfälle ein, dann ist es wichtig, dass die Schule konsequent handelt. Aber das ist schon eine Herausforderung für alle Beteiligten. Häufig sind Lehrer und Lehrerinnen verunsichert, wann oder wie sie dann handeln sollen und dürfen.

„Das ist sehr verständlich, findet Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der LAKOST MV. Deshalb wollen wir die Pädagoginnen und Pädagogen mit unseren Handlungsempfehlungen unterstützen. Wegen der Komplexität dieses Themas haben wir eng mit entsprechenden Experten zusammengearbeitet. Beraten haben uns ein Jugendrichter vom Amtsgericht Schwerin, die Polizeiinspektion Schwerin und der Leiter der Landesrechtsschuttzelle der GEW.“

In der Broschüre werden häufig gestellte Fragen zum Umgang mit Konsum illegaler Drogen an der Schule beantwortet sowie Handlungs- und Verhaltensstrategien aufgezeigt.
Doch es wird immer wieder Einzelfälle geben, in denen die Broschüre keine ausreichende Antwort geben kann. Hier sind Schulen gut beraten, sich mit Regionalen Suchtpräventionsfachkräften, Suchtberatungsstellen oder der Polizei in der Region in Verbindung zu setzen.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Im Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2012 einigten sich die Länder darauf, dass Gesundheitsförderung und Prävention ein integralen Bestandteil der Schulentwicklung sind. „Sie stellen keine Zusatzaufgaben der Schulen dar, sondern gehören zum Kern eines jeden Schulentwicklungsprozesses.“

Eine entscheidende Voraussetzung für nachhaltig wirksame Gesundheitsförderung und Prävention ist deren Umsetzung im Rahmen der Schulentwicklung. Oder mit Erich Kästner formuliert: Es gibt nichts Gutes – außer man tut es.

Unterstützung können Schulen durch die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV oder den Regionalen Suchtpräventionsfachkräften erhalten. Neben schulinternen Fortbildungen werden Schulen auch unterstützende Einzel- und Teamberatung zur Planung und Umsetzung  von Unterrichtsvorhaben und  Projekten angeboten.

Für Pädagoginnen und Pädagogen gibt es begleitend zum Erscheinen der Handlungsempfehlungen ein konkretes Fortbildungsangebot.

Schule und Drogen  –  ein schwieriges Thema…!?
Diskussionen, Lösungsansätze, Infos und Tipps im Umgang mit Drogen  in der Schule
Termin: 26.10.2017   13.00 – 15.30 Uhr, bei der LAKOST MV, Lübecker Str. 24 a, 19053 Schwerin
Anmeldungen an: Jana Micera, micera@lakost-mv.de , Tel.: 0385/74529938

Kontakt

Landeskoordinierungsstelle für
Suchtthemen MV
Lübecker Str. 24 a
19053 Schwerin

Tel.: +49(0)385 785 15 60
Fax: +49(0)385 758 94 90
Mail: info@lakost-mv.de

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